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Dass da oben sind Freundschaftskärtchen, die kann man genau so sammeln wie Duplo-EM Bilder. Weils ja immerhin um Freundschaft geht, kann man die aber natürlich nicht kaufen, die muss man geschenkt kriegen.
Ich will ja nicht angeben, aber, also, wenn wir in Griechenland im Urlaub sind, dann bekomme ich die ja gerade zu massenhaft aufgedrängt. Immer begleitet von dem  Kampfruf: „My friend!„.
Dann steht man da und ist Freund, ob man will oder nicht. Dann soll man in Restaurants reingehen, einen Cocktail probieren oder einen Scooter mieten. Das kann manchmal schon ein bisschen lästig sein, wenn man jetzt, sagen wir mal, einfach nur so dahingehen will. Dann muss man im Slalom um die hartnäckigen Freundschaftskärtchenverteiler rumkurven und versuchen sich nicht zu sehr über diese aufdringlichen Gesellen zu ärgern. Dabei hat man doch Urlaub! Es soll ja Roßnaturen geben, die in solchen Situationen einfach lakonisch sagen:„Ja mei. Des is hoid so.“
Also das kann ich nicht, für gewöhnlich komme ich gar nicht hinterher mit dem Ärgern. Das ganze ist ja auch schlussendlich eine Erziehungsfrage! Ich fühle mich einfach irgendwie verpflichtet zu erklären, warum ich jetzt da nicht hineingehen will oder warum ich das nicht essen mag, wenn man mich schon so nett fragt. Ja, schön blöd, ich weiß. Also da musste was geschehen und, aha!
Not und ein bisschen bescheuert sein machen erfinderisch.

I proudly present:

 

Der Anti-Freundschaftskärtchenshaker

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Ja, aber wie funktioniert der höre ich Sie fragen?!
Shake it Baby, shake it!

 

 

 

 

Für das ungestörte Lustwandeln auf den diversen Boulevards Ihres zukünftigen Lebens empfehle ich Ihnen ab sofort eine diesem Exemplar ähnliche Nuss-Mischung mit sich zu führen. Auch mit Teig ummanteltes Knabbergebäck dürfte den erwünschten Effekt erzielen, ich persönlich jedoch präferiere die Nuss in Reinkultur, da nur diese den erforderlichen Krach macht.
Es gilt den Moment abzupassen, kurz bevor man sich auf Sie stürzt (da gilt es sensibel in die Umgebung hineinzuspüren, da bekommen Sie Übung mit der Zeit), dann müssen Sie urplötzlich die Nussdose hochreißen und damit scheppern als gäbe es kein Morgen.
Sie müssen dabei nicht einmal böse oder abweisend gucken, sie dürfen selig, ja sogar gewinnend ins Ungewisse lächeln! Sie werden unbehelligt ihrer Wege gehen, versprochen. (Das Modell AFKS wurde bisher nur im Ausland erprobt, der gewünschte Effekt sollte sich aber auch bei einheimischen Plagegeistern (SZ-Abo-Verkäufer/Malteser-Drückerkolonnen-Hilfsdienst etc) einstellen.)

Ein zwischenmenschlicher Skandal sondersgleichen. Unter dem trügerischen Deckmantel der Freundschaft (Originalzitat: „My friend!!„) wird hier versucht, Menschen zum Betreten eines bestimmten Restaurants quasi hineinzumanipulieren. Wie Sie in dieser in Griechenland durchgeführten Feldstudie sehen können, wurde von diesem Vorhaben unter besagtem Nusseinsatz abgesehen!
Vielleicht wirkt man nicht mehr hungrig, wenn man mit Nüssen scheppert. Vermutlich suggeriert dieses prophylaktisches Nussrascheln Sättigungsgefühl. Die Antwort auf das „warum“ müssen zukünftige Generationen von  Soziologen geben. Vielleicht verwirrt man den Angreifer auch einfach im entscheidenden Moment: „Halt, was ist hier los, was wird hier gespielt,  wieso trägt er /sie eine Nussmischung vor sich her – und, oh Gott, jetzt scheppert er/sie auch noch damit?“
Man wirkt ziemlich meschugge, also das muss Ihnen schon klar sein. Aber wäre es das erste Mal? Eben und hier gilt es diesen kleinen kostbaren Moment der Verwirrung auszunützen. Mit glasklarem Verstand.

Aber ich bitte Sie, gern geschehen! Ich freue mich doch immer wenn ich helfen kann.

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