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Ich esse fast nie Orangen, dabei liebeliebeliebe ich Orangen!
„Was ist da los?!“, werden Sie zu Recht interessiert fragen.

Es gibt da zwei Theorien:
1. Ich bin zu faul zum Abschälen
2. Ich kann es nicht

Featuring diverse special appearances by Herrn Lehmann (0:27, 0:58, 1:28, 2:27)

Peel an orange. Éplucher le orange. A Oranschn obschain.

Ich bin leider in jeder Sprache zu faul dafür.
Allein die klebrigen Finger und wie dann alles pappt. Saft spritzt in die Augen, man würgt an den Kernen, dann kocht die Milch über, die Feuerwehr kommt – nein Danke.
O.k., aber die weißen Fäden, die immer dranhängen, diese Splezndinger, die sind wirklich ein Ärgernis, für die gibt es ja gar kein richtiges Wort. Die haben ja nicht mal einen eigenen Namen, das muss man sich mal vorstellen!

Orangen schälen ist nicht mein Metier.
Ständig hör ich, „Du bist einfach zu faul, so schwer ist das doch nicht, dann schneid halt nicht so tief rein, das ist doch alles eine Frage, wie tief man reinschneidet bla bla bla..“
Glauben Sie mir, ich kenn die Sprüche alle.
Aber es ist halt einfach schön, wenn man die Speitel auf einem kleinen Brotzeitbrettl serviert bekommt.
Als Kind sind die Eltern ja immer dahinter her, dass man Vitamine isst, gesunde Vitamine naschen und so´n Kram.
Also bei mir war das nie ein Problem. Ich hab das immer gern gegessen, nur Selbst-Abschäler war ich nie.
Ich bin auch konsequent, also ich kaufe keine Orangen und bring sie dann irgendwohin mit in der Hoffnung, dass sie mir dann jemand abschält. Aber wenn wo welche rumstehen frage ich schon, egal wen, „Entschuldigung, ob Sie wohl so gut wären?“

Es ist wie Poesie, wenn jemand das wirklich gut kann. Ich verspüre ein hohes Maß an Zufriedenheit, wenn ich dieses Video ansehe.
Herr Lehmann scheint aus ähnlichem Holz geschnitzt, wenn er immer wieder auf die Orange verweist, als wolle er sagen,
„da vorn spuit di Musi, da schau hi, da kannst was lernen.“

Ach ja, die einfachen Dinge.
Fast wie bei „Der alte Mann und das Meer“ von Ernest Hemingway ist das Orangenschälen. Weil man sich wie Santiago einer Sache ganz verschreiben muss. Wenn man sich einer Sache verschreibt, fängt das ganze Universum an für einen zu arbeiten, sagen sie doch immer. Aber dann hab ich mir doch gedacht, dass das Orangenschälen relativ schnell passiert ist, im Vergleich zu zwei Tagen auf einem Boot warten und mit Haien kämpfen.
Es bleibt dabei, „widme Dich einer Sache und das wird was.“
Ich kann das richtig gut. Ich widme mich mit voller Hingabe dem Zuschauen wie jemand, der das echt beherrscht, eine Orange schält. Und dann nicht mit Lob und Dankbarkeit geizen, das ist meine Devise! (Weil das auch die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass man bald mal wieder eine abgeschält bekommt, hö hö, ganz schön gerissen, was?)

Ich möchte Sie ermutigen, sich dieses Erfolgserlebnis zu gönnen und mir, wann immer Ihnen danach ist, eine Orange abzuschälen.

Jetzt stellen Sie sich nicht so an, so schwer ist das doch wirklich nicht!

 

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