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Wann fängt man an wunderlich zu werden?

Ist man schon seltsam, wenn man sich bei einem einzelnen Flip Flop entschuldigt, weil man ihn im Sommer auf der Terrasse vergessen hat?
Wenn man ein schlechtes Gewissen hat, weil er sich doch so unwichtig und unsichtbar vorgekommen sein muss, als alle Gartenmöbel in den Schuppen gestellt wurden? Weil er sich einsam und verlassen gefühlt haben muss, als die Herbststürme ums Haus fegten, dann der erste Frost kam und bald danach Eis und Schnee?

Ich halte dann inne und sage mir, daß ich nicht meschugge bin, sondern dass dies alles völlig normale Gedanken eines vernünftigen Menschen sind.
(Gut, wenn ich ihn jetzt auch noch ins Haus holen würde, ihn vielleicht sogar anföhnen würde, damit er sich aufwärmt, das würde zu weit gehen, das sehe ich genau so wie Sie.)

In meiner Jugend, als ich mich noch bei den Mülltonnen entschuldigt habe, hätte ich mir die Frage, ob ich wunderlich bin, nie gestellt.

Man wird schon verdammt weich, mit zunehmendem Alter, auch in der Birne. (Vergesslich war ich schon immer.)

(Aber verstehen Sie, er war sonnengelb und nicht schwarz und nicht gemacht für lange Wegstrecken, auch nicht im übertragenen Sinn. Er war doch nun mal nicht als Bergschuh auf die Welt gekommen. Er wollte nie etwas anders sein, als ein kleiner Flip Flop.)

Was mich nicht schlafen lässt, ist die Sorge, wo der 2. Schuh abgeblieben sein könnte. Kopfkino sag ich da nur. Entführt von einer Katze als Trophäe? Von blindem Überlebensmut gepackt auf dem Weg nach Santa Fee, Heimat aller verloren geglaubten Flip Flops?

Ich werde es wohl nie mit Sicherheit wissen. Und diese Sorge lässt mich nachts kaum Schlafen.

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Weil es mir grad einfällt, schauen Sie bitte mal, was für coole Orchideen ich habe.

(Die haben einen erstklassigen Sinn für Humor und lachen am meisten über Witze mit Bonanzarädern. Und sie lieben es, wenn ich ihnen Gedichte vorlese, z.B. dieses von Erich Fried.)

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Alter

Zuletzt werde ich vielleicht wie als Kind, wenn ich allein war wieder freundlich grüßen:

„Guten Morgen, Fräulein Blume“ „Guten Abend, Herr Baum“

und mich verbeugen und sie mit der Hand berühren und mich bedanken, dass sie mir ihre Zeit gegönnt haben.

Nur daß sie mir antworten und auch „Guten Morgen“ und „Guten Abend“ sagen, werde ich dann nicht mehr glauben.

Oder vielleicht doch wieder?

(Davor habe ich ein bisschen Angst)

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