Schlagwörter

, , , , , , , , ,

Der Schießstand am Jahrmarkt:

das kleine Mädchen bekam den Blechhasen einfach nicht frei.

Schon wieder legte ein Schütze an, visierte, zielte – Peng!

Wieder getroffen. Die stolz aufgerichteten Löffel des Häschens waren schon ganz eingedellt, die Farbe an den meisten Stellen abgeblättert. Trotzdem hielt es sich tapfer an seinem Weidenkorb fest, ein Picknick im Grünen, irgendwann…

Das Mädchen kletterte heimlich hinter den Budenwagen. Sie versuchte die Schrauben, mit denen die Hasenohren an der Holzwand befestigt waren, zu lösen.

Aber sie schaffte es nicht, die Windung war einfach zu festgezurrt. Was sie jedoch erreichen konnte, war den Zug etwas zu lösen.

Sie flüsterte dem Häschen von hinten durch die Bretterwand zu:

„Wenn Du immer an der gleichen Stelle stehen bleibst, trifft er Dich immer! Unbeweglich bist Du ein leichtes Ziel, versuch doch mal, ein bisschen den Kopf zu drehen.“

(Das Häschen hatte bereits etliche Mittelohrentzündungen hinter sich, hörte etwas schlecht und auch sonst war da nicht mehr viel mit Motivation. Aber irgendetwas in der Stimme des Mädchens ließ es aufhorchen.)

Und als beim nächsten Mal der Dorfdepp laut grölend anlegte und zielte,

schoss er ins Leere.

Nur einen Millimeter hatte das tapfere Häschen geschafft. Und alle Zähne zusammengebissen und Bauchmuskeln anspannen und alles. Aber es hatte ausgereicht, weil der Dorfdepp nämlich gewöhnlich war und nur schoss, wie er es gewohnt war.

Und das Häschen?

Trainiert jetzt seine Ohrenmuskulatur. Und dann macht es sich ans Wadltraining. Um im entscheidenden Moment abzuspringen.

Advertisements