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Versuch mal ein Spinnennetz zu sehen, wenn die Sonne scheint. Wenn dich die Sonne blendet und kleine Lichter in deinen Augen tanzen.

Eben noch war es ganz deutlich sichtbar. Plötzlich – weg. Ich schwöre, wie weggefegt. Das Wasser des Baches plätschert, fließt sanft dahin, wie eine leise Melodie, zarte Sonnenstrahlen spielen auf der Oberfläche, das Grün der Wiese ist saftig, ich erwarte das Bambi um die Ecke biegt und mit Klopfer Arschbomben ins kühle Nass macht.

Und da siehst Du es plötzlich wieder im Gegenlicht. Du bist so jung und dumm. Du bist beinahe begeistert. Weil du das nicht erwartet hast. Und Du erschauerst fast vor der Schönheit und Grausamkeit der Natur.

Ein zartes Gebilde, sanft und kunstvoll gewebt und mittendrin thront eine dicke, fette, schwarze Spinne. Und die hat kein Kopftuch an und spielt Geige wie Thekla aus der Biene Maja. Die lauert. Die wartet. Die kann das aussitzen.

Ich versuche es zu fotografieren und da ist nichts mehr. Ich stehe unmittelbar davor und sehe es nicht mehr. Ich habe vergessen, wo es war. War es überhaupt je da?

Plötzlich schiebt sich eine Wolke vor die Sonne, eine minimale Änderung des Lichteinfalls und mir wird bewusst, dass ich mit der Nase beinahe daran hängen geblieben wäre.

Ich schwöre Dir, es war unsichtbar. Ob man es erkennt, hängt wohl ganz davon ab, wo man selbst gerade steht.

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