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Ich lutsche gerade an einem gefrorenen Fruchtzwerg Erdbeere, als ich höre „zwischendurch hatte ich Angst, dass er sich wundliegt und man ihn wenden muss.“  

Ich kichere. Hui wie fies, mein lieber Scholli…

Ich verputze noch einen gefrorenen Fruchtzwerg Banane und gehe schlafen.

Und dann so ein Theater.

Der Einzige, der eigentlich beleidigt sein dürfte, ist Mario Gomez. Und sonst keiner. Klar, das war schon ein bissl gscherd. Aber Mehmet Scholl hat ihn in einem Moment „bloßgestellt“, als er ein Held war. Wie viele andere hatte Scholl Gomez´spielerische Mangelpräsenz seit einiger Zeit auf dem Kicker. Aber er spricht nicht davon, als dieser am Boden liegt, sondern er wählt einen Moment, in dem Mario Gomez stark ist und es aushalten kann.

Seine Äußerung mag Unruhe in die Mannschaft gebracht haben, aber ist das so schlecht? Ich meine, sollte er heute Abend aufgestellt werden, könnte ich mir schon vorstellen, dass der Mario seine 5 Meter mehr läuft.

Das Theater spielt sich in den deutschen Talkshows, den Feuilletons und Schlagzeilen ab. Die ganzen Übermoralischen, die Betroffenen, die säuseln und jodeln, die sooo ein Thema draus machen. Ein Thomas Strunz, der seine „Flasche leer“ Demütigung wohl nie ganz verkraften konnte und der davon doziert, was ein Experte darf und was nicht. Fast könnte man den Eindruck gewinnen, all diejenigen, die mit Mehmet Scholl noch eine Rechnung offen haben, nutzen die Gelegenheit, um ein bisschen nachzutreten.

Wollen wir mal die Kirche im Dorf lassen. Es geht um Fußball. 11 Männer, die einem Ball nachlaufen.

Was erwarte ich von einem Fußball Experten? Herzchirurgie?

Ein Mann wie Mehmet Scholl hat im kleinen Zeh mehr Ahnung von Fußball, als all diese angelernten, selbstverliebten Sportjournalisten zusammen. (Reinhold B. möge unser Referenzwert sein). Mehmet Scholl ist nun mal kein aalglatter PC korrekter Kommentator. Blutleer. Er hat eine freche Goschen und die hat er immer gehabt.

(„Was möchten Sie im nächsten Leben sein, Herr Scholl?“ Antwort Scholl: „Hoeness Hund oder Spielerfrau.“

„Hatten Sie mit ihrer eigenen Spielerfrau Probleme?“ Antwort Scholl: „Nein, nie. Nur als ich mit aufs Hochzeitsfoto wollte.“

Oder als er in eine FC Bayern Chronik in den 90-igern schrieb „Hängt die Grünen, solange es noch Bäume gibt“. Dieser Spruch musste für teuer Geld in allen Chroniken geschwärzt werden. Einige Zeit später in einer Talkshow nach der Partei, die er wählen würde befragt, antwortete er: “ Die Grünen. Ich kann sie doch nicht hängen lassen.“)

Politically correct war Mehmet Scholl nie. Aber auch nie langweilig.

Eigentlich interessiert mich das alles nur mäßig, weil, eben, Fußball.

Aber wenn mir jetzt noch einer „Boah, ey, der Scholl, so ein Dummschwätzer“ entgegennölt, beiße ich in die Auslegeware.

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