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Es war bestimmt irgendein weiser, alter Mann, der gesagt hat, dass das Weiche das Harte besiegen wird. Oder ein Indianer. Oder ein weiser, alter Indianer. Das kann man heute  nicht mehr so genau wissen. Aber ich weiß, dass ich das bei Frau Annette Hallström in einem halben Jahr Regiearbeit gelernt habe.

Vielleicht war es bereits in mir. Dass ich das wusste. Und es nicht geglaubt habe. Vielleicht ist das im Leben manchmal so, dass es ein großes Glück ist. Wenn wir bereit sind für eine Lektion und genau in dem Moment dem Menschen begegnen, der uns auf diesem Weg begleitet. Der uns ein Stück an der Hand nimmt, bis wir selber weitergehen. (Oh je, das hört sich an wie Pfarrer Lohses Wort zum Sonntag. Aber so ist das Leben eben manchmal auch. Es hört sich etwas kitschig an, wo es doch ganz klar und einfach ist.)

Es ging nie nur um die Worte. Oder Sätze. Es ging immer darum, wer bin ich in diesen Worten.

Annette lässt Dich gehen. Und ist eine Handbreit hinter Dir.

Sie glaubt an Dich. Immer wenn ich zu ihr gekommen bin, ist mir warm geworden. Ich glaube, Annette kann gar keine Regiearbeit machen, ohne den Menschen, mit dem sie arbeitet zu berühren.
Ich glaub, dass ich jetzt ein bisschen eine andere wäre, wenn ich nicht zu ihr gegangen wäre.  Eine, mit mehr Angst. Deshalb ist es eine sehr gute Sache, zu Annette zu gehen.  

(Mehr als einmal hab ich mir gedacht, es ging ja gar nicht so sehr um die Aufführungen. Es ging ums „Making of“. Dass das der Weg war.)

Das ist das Kreuz mit Liebeserklärungen. Die sind einfach und klar und man hört sich trotzdem an wie ein Schmalztopf. Ich kriegs nicht besser hin, tut mir leid.

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