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Das wichtigste ist ein schwarzer, gusseiserner Topf und eine dicke Frau mit einem Gesicht, das gelebt haben muss.                                                                             (Also zumindest ein paar Falten sollte sie schon haben.)

Als meine Oma noch gelebt hat, hat sie jedes Kirchweih Hasenöhrl und Auszogne gemacht.

So lange ich lebe, nie wieder werde ich so ein Gebäck zu essen bekommen:           hellbeige mit kleinem, geblähten Luftbauch, nicht vollgesogen mit Fett, sondern butterzart und mürbe.                                                                                               Hasenöhrl, die nach Kirta Hutschn, hochgesteckten Zöpfen und Ausflügen zum Schloss Herrenchiemsee geschmeckt haben.

 

(Weiss scho jeda was Kirtahutschn is, oda?)

(Einmal habe ich versucht in meiner kleinen Wohnung Hasenöhrl zu machen, hoho, mein lieber Herr Gesangsverein, von so einem Fritierfett hat man wirklich lange was! (Nicht gerade Chanel No 5, aber irgendwie trotzdem, ja, irgendwie schön. Wahrscheinlich weil ich beim Aufsperren der Wohnung immer an die Kuchl meiner Oma hab denken müssen.)

Immer mal wieder überkommt mich diese Sehnsucht, dieses schmerzhafte Ziehen nach diesem Ort, nach diesem Gefühl: Heimat. 

Manchmal glaub ich´s auch fast, dass es in mir ist.

Dass es etwas ist, was weiterlebt. Und das ich auch eines Menschen Heimat bin, eines Tages, vielleicht.

Sie fehlt mir so.

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