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´s hat Nebel.

Dicken, bräsigen Nebel, Kaminknackfeuer-Kl. Hexe-Nebel.                                           Aber ich kann jetzt keinen Kaba trinken, ich muss in die Arbeit.

Ich bin der Lehrer und stehe alleine in einem leeren Klassenzimmer. Wo ist dieser Mistfratz schon wieder?!                                                                                            Die S-Bahn hat Verspätung, wie immer.

So so, aha, das Frl. S. Bahn. Und was ist unsere Entschuldigung dieses Mal?

Sehen kann man nichts, aber hören kann man.

Ich höre Sie nicht Fräulein S., bitte etwas lauter, wirds bald?!

Der Himmel öffnet sich. Engelschöre heben an, es knackt im göttlichen Äther, eine sächsische Stimme hallt über das oberbayerische Firmament. Säuselt dieses eine Wort, bekannt wie das Halleluja und sicher wie das Amen in der Kirche, diese eine Wort, von dem ich nie weiß, was es bedeutet:

„……grunz grunz…. G L E I S S T Ö R U N G…..“

Frl. S. Bahn, Sie kleiner Drecksack, Sie wollen mich wohl verarschen?! Unsere Schulpsychologin sagt, dass ihr permanentes Zuspätkommen in erster Linie ein Zeichen von Unhöflichkeit dem Wartenden, also MIR gegenüber ist, ein Zeichen von mangelndem Respekt. Jawohl! SO SCHAUTS NÄMLICH AUS!

Ich starre in die weiße Suppe, bis meine Augen zu brennen beginnen.

Ja wer glaubst Du eigentlich, wer Du bist? Ja, was denkst Du Dir eigentlich dabei, mich jeden Morgen wie den letzten Dreck zu behandeln?! Das, wenn ich EINMAL mit dir machen würde, HA! Da würdest Du Dich aber sauber anschaun, jawohl, ha, SCHEISSEGAL wärs Dir! Wie oft wollt ich Dich schon warten lassen, bin zu spät gekommen. Jaa, genau. Sehr oft. Und was war?? Gefahren bist Du, EINFACH GEFAHREN bist Du!

Ich starre in die weiße Watte, bis meine Augen vor Zorn Rot leuchten. (Das sieht bestimmt hübsch aus und so weißt Du auch gleich, wo Du im Nebel hinmusst).

S.Bahn S.Bahn, ich spüre das Ungleichgewicht unserer Beziehung. Immer willst Du nur mein Geld. Um etwas anderes geht es Dir doch gar nicht. Und immer noch mehr willst Du und noch mehr. Und WAS hast Du je für mich getan frag ich Dich?! Geh hör mir doch auf, das bissl Fahren, erzähl mir nix, DA WÄRST DU DOCH SOWIESO LANGGEFAHREN!!

Da können wir jetzt mal ganz ehrlich miteinander sein, mit Deiner persönlichen Hygiene ist es auch nicht weit her, Du lässt Dich ja mit jedem ein, Du lässt ja jeden rein und ran! Und diese Alt-68er-Hippie Attitüde, „Komm ich heute nicht mehr komm ich morgen“, das kann ich mir auf die Dauer nervlich einfach nicht mehr leisten! Jaa, das sind Jahrzehnte aufgestauter Beziehungsfrustration, die wollen jetzt mal raus!! Ich weiß wirklich nicht, wie das mit uns noch weitergehen soll!

Als ihre Konturen aus dem Nebel Gestalt annehmen, ist das durchaus ein erhebendes Gefühl. Wie in Wolfgang Petersens „Das Boot“.

Duu du du du du du duu du du du du du duuuuu

– ungewiss die Fahrt, unbekannt die Gefährten, werden wir je die Innenstadt erreichen. Und vor allem

WANN?!-

Du bist da. Das ist schön. Hast Du´s doch noch einrichten können. Morgen? Gleiche Stelle? Ich werd da sein, ja, klar, ich wart auf Dich. Das weißt Du doch ganz genau, ich kann nicht ohne Dich sein, ich brauch Dich, weißt Du doch.                                          Alter Drecksack.                                                                                                    Was?! Nein, nein, ich hab nur husten müssen, war ja recht kalt draußen.                                                                                                                    Grrrrrr.

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