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Ich möchte diesen Tag einem Kuchen widmen.
Er hat sein Bestes gegeben.

Aufgrund widriger Umstände war es ihm nicht möglich, sich am Stück aus der Form zu lösen.
Die äußere Form ist heil geblieben. (Das weiche Innere musste von mir reingebatzt werden.)

 

Nicht doch, wegwerfen ist da keine Option. Hör mal, die Arbeit, die da drin steckt, so viel Arbeit, wie in einem perfekten Törtchen. Sogar mehr.

Ich hab ich ihm gut zugeredet, er solle sich jetzt aber mal zusammenreißen.

Und ihn hübsch dekoriert.

Von einem bestimmten Winkel aus, sieht er jetzt auch fast o.k. aus.

 

Natürlich kann man so einen Kuchen nicht einfach den Wölfen zum Fraß vorwerfen. 

Man muss eine kleine Rede für ihn halten. Und die despektierlichen Sprüchen, die das weiche Innere verletzen könnten, aber flott in ihre Schranken verweisen.  (Wie wir doch immer vom Äußeren abhängig seien, wo doch letztlich nur der Geschmack hinter der äußeren Form entscheidend sei. Was man halt so sagt, wenn die Dinge derart gebacken sind. Dabei sein ist alles. Die Letzten werden die Ersten sein. Morgenstund hat Gold im Mund. Was Hänschen nicht lernt….)

Die Rede war überflüssig. Keinem ist aufgefallen, was mit ihm los war.

 

(Hinter seinem perfekten kleinen Bruder sieht er aus wie das Grauen von Mordor)

Aber ich werd mich an den Kuchen erinnern. Weil ich mir für den eine Geschichte ausdenken mußte. Und stabiler als ich erwartet hatte, war er auch. Die Restwärme aus dem Ofen muß ihm zusammen mit dem Abkühlen eine neue Stärke gegeben haben. Ein zäher kleiner Hund ist er geworden.

Wenn man gerade nichts besseres zu tun hat als in der Nase zu bohren, könnte man jetzt natürlich fragen,

wie viele von uns haben sich selbst so zusammengebaut?

Das Äußere hübsch garniert in der Hoffnung, daß keiner die Stellen sieht, an denen wir auseinanderzufallen drohen?

Ja, wo man gerade in Schwung kommt mit der Fragerei, könnte man sich gleich noch erkundigen, wie viele von uns noch heute auf das Lob ihrer Eltern warten, es gut zu machen? Ein guter kleiner Kuchen zu sein, ein Kuchen, auf den sie stolz sind?

Könnte man so fragen. Aber ich mache so etwas selbstverständlich nicht. Tut mir leid, aber so was ist bei mir nicht drin. Das wäre mir zu batzig im Vergleich.

Ich bin der subtile Typ. Ich pruste mit vollem Mund Brösel über den Tisch und rufe: „Komm Zeit is, jetzt lass Dir endlich schmecken!“

 

(Kuchenträne)

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