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Maxi hat gesagt, entscheidend sind die ersten Wörter eines Artikels. Und ich solle mal Sex am Anfang schreiben. Das würde angeklickt würden, aber hallo, so etwas hätte ich noch nicht gesehen. SEXSEXSEXSEX. Sex. Aber übertreiben dürfe man es nicht. Und auch SEX SEX nicht zu offensichtlich sein. SEX. Man müsse so etwas fein SEX SEX SEX dosieren. Der Leser sei schliesslich nicht SEXXXXX blöd. Nun ist sex aber sexsex genug.

Wenn Sie jetzt noch lesen, wissen Sie, was das über Sie sagt. Hahahaha. Ja, weiß schon.
Es sagt auch einiges über mich. Eigentlich wollte ich ja über seelische Verstimmungen schreiben. Da heißt es jetzt erst mal einen geschmeidigen Übergang finden. Zum Glück kann ich ja so was ziemlich gut. Sex und Depressionen. Ah ich weiss schon.
Bäckereien. Nein halt. Bücher.

Ich trage stets ein Buch bei mir. Damit ich nicht alleine bin und immer in guter Gesellschaft. (Als trendy Accessoires für die weltfremde Frau von heute empfehlen wir diese Saison ein Buch. Lässt sich zu allem tragen. Passt zu jedem Outfit.)
Und trotz Buch gibt es sie. Die einsamen Tage. Die Tage an denen das Blut nicht wie Champagner durch die Adern perlt, sondern träge wie zäher Harz. Die „mean reds“, wie sie Holly Golightly nennt. Wo man schwer an seinen eigenen Gedanken trägt. Durchs Leben schlurft. Holly geht dann Frühstücken zu Tiffany. Ich zu einer Bäckerei. Oder Tankstelle.

Wegen einer Tasse Kaffee. Egal in welchem Becher. O.k., ich nehm auch Pappbecher. O.k. o.k., es müssen Papp- oder Plastikbecher sein. Nur dann wirkt es. Weil die eine besondere Erinnerung auslösen.

Wenn ich als Kind mit meinen Eltern in den Urlaub gefahren bin, wäre es undenkbar gewesen an einer Tankstelle etwas zu Essen, geschweige denn Kaffee zu kaufen. Das wäre rausgeschmissenes Geld gewesen. Da haben wir eine Thermoskanne dabeigehabt. Und Brot und Tomaten und Käse. Und hartgekochte Eier und ein scharfes Messer. Im Weidenkorb meiner Mutter.
Deshalb hat eine Tasse Kaffee unterwegs gekauft so einen Wert für mich. Und ich kauf sie als allererstes, wenn ich wegfahre. Egal wohin. Also nicht der Hinsetzkaffee. Es funktioniert wirklich nur mit dem Kaffee, den man mitnehmen kann. Weil, der ist besonders. Der ist mein Tiffany. (Nur dass jetzt da für die Zukunft keine Unklarheiten entstehen, ich bin auch nur eine Frau. Wie die Holly Golightly vom Truman Capote und die Elli vom Monaco Franze. „Ein bissl was für´n Hals“, das muntert mich schon auch auf.)

Verdrehte Tage.
Tage, an denen man nicht krank ist, aber irgendwie gekränkt.
Tage, an denen man aus Versehen Curry statt Zimt aufs Müsli streut. Wo man das Kaffeepulver ohne Filtertüte in die Maschine schüttet. Wo man aus Versehen dem Kater auf den Schwanz tritt, weil der wieder mal völlig egozentrisch mitten im dunklen Flur parkt. Und der dann angepisst und beleidigt ist und jetzt wegen mir auch noch die mean reds hat.

Vielleicht wenn man es üben könnte, den Tandoori Geschmack des Müslis als etwas exotisch unbekanntes zu genießen? Wenn man es so sehen könnte, dass die Kaffeemaschine dringend einer Grundreinigung unterzogen werden musste? Und wie hat der alte Tierarzt aus Haidhausen immer gesagt: „Es ist gut, wenn das Herzerl ein bissl pumpert.“

Gestern war ich in der Südsee. In Sachen Limonadenbaum. Den pflanz ich heut im Garten. Und dann krabbel ich mit roten Augen in seinen Stamm. Ich werd versuchen nach oben in die Baumkrone zu klettern. Das kann dauern. Aber ich weiß ja die Richtung. Und wenn ich aus dem Blättergestrüpp oben auftauche schau ich mich um. Wie weit ich schon gekommen bin. Und dann fange ich ganz zaghaft und vorsichtig an ein bisschen Ohrenzuwackeln. Damit die nicht einrosten. Vielleicht sollte man seinen Ohren alle naselang eine Wackelpause gönnen.

(SEXSEXSEXSEXSEXSEXSEXSEXSEX.
Und das war jetzt nur für Sie.)