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Sich selbst einen Platz geben im Leben.

Menschen haben Minderwertigkeitskomplexe. Weil Sie nicht in der richtigen Stadt leben, nicht den richtigen Beruf haben, nicht die richtigen Freunde, nicht genug Geld. Die größten Komplexe haben die Menschen im Pine-Tree Trailerpark.

Am Rand der Stadt, am Rand der Gesellschaft. Dort lebt Francis mit seiner Mutter.

Er hat zwei Mütter. Eine, die er liebt und die andere, die so aussieht wie seine Mutter und die er noch mehr lieben muss. Die an immer wiederkehrenden Depressionen leidet.

Vor vielen Jahren hat er eine Glasscherbe in diesem Trailerpark gefunden. In dem sich das Sonnenlicht spiegelte. Das war die Zeit, als ihm noch alles möglich schien.

Noch keine 20 Jahre alt, hat Francis bereits kapituliert. Sich der unvermeidlich erscheinenden Perspektivlosigkeit des Trailerparks ergeben.

Das Gute in seinem Leben entfernt sich. Es entgleitet ihm, er fühlt sich machtlos etwas an sich binden zu können. Die Beziehung zu seinem kleinen Bruder, seine Zensuren, sein bester Freund Grover. Die Beziehung zu der labilen, schönen Anne-May, die er in der Klinik kennenlernt, in der seine Mutter nach einem Selbstmordversuch behandelt wird. Anne-May pendelt zwischen Leben und Tod. Ihre Welt ist finanziell abgesichert, doch auch sie ist abhängig. Abhängig von ihren Eltern, gefangen wie er.

Es ist egal, ob die Ketten, die uns an unsere Eltern binden verrostet und schmutzig oder aus Gold geschmiedet sind. Sie zwingen uns an einen Platz, der nicht unserer ist.

Als Francis erfährt, dass er das Ergebnis eines groß angelegten Genversuches war, dessen Ziel es war, hochintellektuelle Genies zu züchten, erwacht er aus seiner Erstarrung. Das Wissen ein Retortenbaby zu sein, vielmehr das Wissen, einen genialen Vater zu haben, gibt ihm den Mut, den er vorher nicht hatte.

Plötzlich ist wieder alles möglich. Er hat die Basis, das Recht und die Möglichkeit an sich zu glauben.

Er macht sich mit Grover und Anne-May auf den Weg, um seinen Vater, seinen Erzeuger zu finden. Weil dann alles anders werden wird. Claymont, New York, Las Vegas, San Francisco, Los Angeles und Tijuana, wo er letztlich auf seinen Vater trifft.

Die Reise mit Grover und Anne-May ist so nicht zu wiederholen. Sie ist festgefroren in der Zeit. Eine Zeit, in der er wieder angefangen hat, daran zu glauben, dass alles drin ist in so einem Menschenleben, auch für ihn.

Er spielt Roulette. In seinen Träumen. Und dann auch in der Realität.

Er spielt unvernünftig, leichtsinnig. Und mutig. Er läuft Gefahr alles zu verlieren, wenn er alles setzt. Und er setzt alles auf eine Karte. Wenn man aus einem Trailerpark kommt, reicht es nicht, 100 Dollar zu setzen um dann mit 150 Dollar heimzugehen.

Er muss an den Tisch, bei dem die Einsätze erst bei 100.000 Dollar beginnen.

Wie sehr bestimmen andere Menschen, wo unser Platz ist im Leben? Wo wir uns in der Hierarchie, der Hackordnung einzuordnen haben? Wie sehr benutzen uns andere Menschen, um sich ihre eigene Position zu sichern? An welchem Punkt fangen wir an zu kapitulieren, verhalten uns wie Schafe auf dem Weg zur Schlachtbank, fügen uns in das scheinbar unvermeidliche?

Das Ziel ist das Ziel und das Ziel ist der Weg.

Es wird immer Menschen geben, die uns das Prädikat „wertvoll“ oder „Loser“ geben wollen. Es liegt an uns, ob sie haften bleiben.

Ob der mutlose Junge ein desillusionierter Mann wird, der eines Tages einfach stirbt.

Wer unsere Eltern sind, hat viel mit Zufall zu tun. Sind unsere Eltern versoffene Hurenböcke, sind auch sie wichtig für uns. Weil sie uns zeigen, wie wir nicht werden wollen.

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