Ein Schauspieler zum anderen:

„Gestern ja, also das muss ich Dir erzählen, schalt ich den Fernseher ein, Arte, bisschen entspannen, da hör ich meine Stimme, hahaha, ne Doku über Papua Neuguinea, dolle Nummer sag ich Dir, hahaha, denk ich mir, komm hör auf, schalt ich um, hör ich schon wieder meine Stimme!!! Hahaha ein Dinosaurier, hab ich für Kika gemacht, wo ich hinschalte, immer ich!! Hahaha.“ 

Weint die Zwiebel oder weine ich?

In der äußeren Schicht einer Zwiebel ist eine schwefelhaltige Säure. Im Innern der Zwiebel ist eine Art Enzym. Beim Anschneiden der Zwiebel, treten Äußeres und Inneres miteinander in Kontakt. Dann entsteht ein Reizgas und wenn das in die Augen gelangt, steigen einem die Tränen in die Augen. Und die Tränen müssen sein, damit die Säure wieder aus den Augen gespült wird.

Das ist wie mit dem Schmerz, den man immer in sich trägt, der tief im Innern sitzt.

In Butter angebratene Zwiebeln sind mein allerallerliebster Duft. Diesen Duft kann ich in keinem Geschäft kaufen. Wenn ich diesen Duft riechen will, muss ich schneiden. Und meist tränen meine Augen so, dass ich die Zwiebel kaum noch sehen kann. Wer nicht weinen will, kann versuchen eine Taucherbrille aufzusetzen. Ich selbst habe gemerkt, dass scharfe Messer einen glatten Schnitt machen. Eine stumpfe Klinge zerfranst und verlängert die Prozedur.

Ich muss mich häuten. Immer wieder. Schicht für Schicht, immer wieder. Auch wenn es weh tut, Schicht für Schicht. Das Äußere mit dem Inneren in Berührung bringen. 

Wenn ich das Gute, das was ich wirklich essen will, schmecken will, muss ich Zwiebeln schneiden. Und wenn es nicht anders geht, dann weine ich.

Kochen kann man lernen. Glücklichsein wohl nicht?

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